Deadwood Season 3

Wer mich kennt weiß, dass sich meine cineastischen Vorlieben in den letzten Jahren vom Kino vorwiegend auf die heimische Mattscheibe verlegt haben. Breitband und Bittorrent machens möglich. Dazu noch eine ganze Reihe wunderbarer amerikanischer Serien, die man gemütlich "On Demand" genießen kann.

Und eine der besten ist gerade eben wieder angelaufen: Deadwood.

Deadwood ist eine Westernserie mit wenig Helden, wenig Nostalgie, wenig rauchenden Colts und ganz ohne Bonanza. Dafür gibt es viel Dreck, viel Blut, reihenweise Tote, eine Handvoll großartiger Schauspieler und jede Menge umwerfende Dialoge. Auf wahren Begebenheiten beruhend schildert es Alltag im kleinen Camp Deadwood, das damals nicht mehr als eine (illegale) Ansammlung schmutziger Goldgräber auf Sioux Gebiet war. Es wird geflucht und geprügelt, intrigiert und getrunken, und sehr, sehr viel geredet.

Und seltsamerweise schafft die Serie ein bißchen was von dem Pioniergeist zu vermitteln, der die amerikanische Kultur bis heute so prägt. Es war wohl wirklich kein Honiglecken damals, und wer doch irgendwie überlebt hatte, der war (und ist noch immer) ein wenig stolz darauf. Aus anfänglich lose zusammen gewürfelten Flüchtlingen der alten Welt ergeben sich soziale und gesellschaftliche Strukturen ,die sich fern ab von europäischen Kaisern, Königen und Monarchien selbst neu erfinden müssen.

Also los, DVD der ersten beiden Staffeln bei Amazon holen, oder auf alternative digitale Distributionskanäle im Netz setzen und live bei der dritten Staffel dabei sein.