Switched! (Quasi ...)
Neulich dacht ich mir: mein Desktop braucht ein wenig mehr ooomph! Ein bißchen Abwechslung, Tapetenwechsel. Und weil jetzt gerade alle von Ubuntu reden und ich eh ein bißchen anfällig für Hypes bin, wollt´ ichs dann auch mal wieder ausprobieren: Coole Tools! Tolle Farben! Sexy Gadgets! Gnome und alles drum und dran. Gratis! Wenn das mal kein Angebot ist. Plus! dem Apache Webserver und PHP und Mysql in ihrer natürlichen Umgebung.
Jetzt, einige Wochen und viele lange Abende später, steh ich mit gemischten Gefühlen vor meinen insgesamt 4 Ubuntu Installationen. Zufrieden bin ich nur mit einer davon.
Zuerst die (Teil)Erfolge ...
Mein braves, altes, 600Mhz Notebook erledigt seinen Dienst auch unter Ubuntu anständig. Gab (natürlich) nach der Installation ein paar Probleme mit der Grafikkarte und xorg, aber Dank diverser online Hilfeseiten, lief auch das dann doch noch.
Hatte auch vorher nicht viel zu tun, der olle Dell, zu seinen täglichen Pflichten gehörten:
- Torrents runterladen,
- mittels Broadcatcher bitte automatisch.
- MP3 Sammlung auf externer 250GB Platte verwalten,
- und möglichst komfortabel abspielen.
- Dazu noch meine Lieblings-Radiosender streamen.
- Und auch Podcasts runterladen und abspielen.
- Den Palm synchronisieren.
- Und dann noch den Palm mit Handy synchronisieren.
Das sollte er ja wohl auch unter Ubuntu zusammenbringen. Also passende Tools für Linux gesucht und gefunden und installiert.
Die Ergebnisse mit Ubuntu:
So Super: KTorrent, ist fast so cool wie µTorrent. Nur ein bißchen dicker. Und langsamer... hmmmm ... mal sehen was sich da noch so tweaken lässt ...
So Lala: TV-RSS is ein etwas träges Perl-Ding, nur halb so cool wie TV-Tad. Mit erheblichen Startschwierigkeiten aufgrund einiger fehlender CPAN Bibliotheken. Und einem Bug, der das konsumieren der tvRSS Feeds unmöglich machte. Handgefixed, der Bug, in dem Perl Script. Hat auch nur ein paar Stunden gedauert. Nächstesmal schreib ich das Ding selber.
So unglaublich gut: Amarok kann ALLES. Und läuft, im Unterschied zu iTunes, auch auf dem alten Notebook flüssig. Amarok kann natürlich mp3 abspielen. Und .ogg natürlich. Und FM4 Streams, den illegalen als ogg, den legalen als WMA Stream. Und DLF und Ö1 und Secret Agent. Und, fetter BONUS: Last.fm Streams genauso. Dazu gibts jede Menge Infos: integrierte Wikipedia Infos zum Artist, Lyrics zum Song, Vorschlagen ähnlicher Songs. Komfortable Suche. Schöne Baumstruktur, geordnet und unterteilt nach Interpret, Album, Genre, wie auch immer. Einbindung des mp3 Players natürlich auch kein Problem.
siehe 3. Sehr gut, der Amarok, auch beim abspielen.- siehe 3. Excellent. Streamt brav alle Formate in allen Ausprägungen.
- siehe 3. Sehr gut. Podcasts aktualisieren, neue Beiträge doppelklicken, streamen los und können sofort gehört werden. Oder einfach die Beiträge runterladen und auf den mp3 Player überspielt. Alles in Amarok.
Aber, Wehrmutstropfen: Mein "Podcatcher on a Stick" macht unter Linux nicht mehr mit. Sollte er zwar, verschluckt er sich aber wohl an UTF8 Zeichen und weigert sich die Podcasts runterzuladen. Blöd. Aber geht eh auch mit Amarok wunderbar. - Kein Erfolg: Nach angänglichem sofortigem Sync-Erfolg mit Evolution, der brav beim ersten Versuch alle Kontakte, Termine und ToDos importiert hatte, gings abwärts.
Die Sync-Tools hängen sich nach jedem Vorgang auf und müssen neugestartet werden. Evolution weigert sich plötzlich die ToDos zu syncen. Evolution verdoppelt die Kontakte. Die sync Tools stürzen ab. Evolution stürzt ab. Schade. Palm syncen wär mir nämlich wichtig. Sehr wichtig sogar. Steht zum Glück noch die andere Windows-Kiste herum, die jetzt Palm syncen darf. - Keine Chance. Was unter Windows mit Mobile Master vorbildlich funktioniert, hab ich unter Ubuntu nichtmal gewagt auszuprobieren. Ausser ein paar halbfertigen Ansätzen, die wohl noch nie jemand mit meinem Nokia 6230i zu laufen gebracht hat, gibts nichts. Auch schade. Ist nämlich eigentlich ziemlich praktisch hin und wieder auch am Handy alles dabei zu haben... Zum Glück, siehe 7, steht noch die andere Windows Kiste herum. Darf die jetzt auch das übernehmen.
Also alles in allem recht erfolgreich. Quasi. Mit Rückschlägen. Dafür läuft das Ding jetzt stabil und tage(wochen?)lang ohne zu mucken und sieht 10mal chiquer aus als das olle Windows 2000 davor. Und, hab ich schon erwähnt, Amarok ist der Hammer und ist alleine schon Grund genug dabei zu bleiben!
... Dann die Fehlschläge
Aber, dacht ich mir, so richtig cool wär Ubuntu auf dem Arbeitsrechner. Apache, PHP, Mysql einfach per apt-get auf dem laufenden halten, Eclipse gibts natürlich auch auf Linux, Firefox sowieso. Dazu praktische Tools, wie KCacheGrind. Fein. Also auch auf dem Arbeitstier die Ubuntu-CD reingschoben.
Installation simpel wie gewohnt. Nvidia Treiber installiert, auch TwinView funktioniert auf Anhieb. Aber das wars dann auch schon mit den Erfolgsmeldungen: Leider ist der Arbeitsrechner auch ein bißchen noch der Multimedia-Rechner im Haushalt. Filme über TV-out abspielen und per Bluetooth-Headset skypen sind sein täglich Brot. Und das is nicht gerade des Linux' Stärke:
TwinView und TVout, in gewohnt luxuriöser Manier, funktioniert bis jetzt noch immer nicht. Mal TVout, mal TwinView, mal garnichts, aber alles zusammen: Fehlanzeige. Lässt sich zwar sicher noch lösen, aber irgendwann hab ich auch keine Lust mehr.
Bluetooth funktioniert ... vielleicht. Teilweise. Eventuell zum Dateien übertragen. Aber mit einem Headset: Eher nicht. Oder vielleicht ... Fast! Nur noch ein paar Stunden in irgendwelchen Internet-Foren herumsuchen um vielleicht doch noch den einen entscheidenden Tip zu finden... oder nicht. Nach einigen Stunden zuviel, hab ichs dann aufgegeben.
Und Palm Synchronisierung? Nachdem dies dann der letzte verbliebene Windows-Rechner wäre, muss Palm Synchronisierung funktionieren, da mein kleiner Zire sonst komplett offline wäre...Funktioniert aber nicht. Hab ich extra noch den VMware Server installiert, dort drin Windows 2000 installiert, dort drin Palm Desktop installiert. Funktioniert auch nich. Fast! Könnte, übers Netzwerk. Tuts aber erstmal nicht. Und die Lust is mir dann eh schon vergangen.
Fazit der Geschichte:
von Windows trenn ich mich erstmal nichte
Also mindestens ein Rechner wird hier wohl weiterhin unter Windows laufen. Sonst müsste man echt auf zuviel liebgewonnen Luxus verzichten. Obwohls natürlich irrsinnig Spaß macht an so einem neuen shiny Desktop herumzuschrauben. Und mit den vielen neuen kleinen Tools herumzuspielen. Aber ohne Palm, ohne TV-out und ohne Skype mit Bluetooth Headset gehts bei mir grad echt nicht. Leider.
Man könnte aber vielleicht mal OpenSuse 10.1 ausprobieren, das soll ja Hardware- und Konfigurations-mäßig besser ausgestattet sein ... Oder sich endlich eines von den feinen Mac OS X Dingern kaufen ... Naja, vielleicht demnächst mal.
