(Fast) zwei Monate Eee PC

Vor mittlerweile fast zwei Monaten erblickte der eeePC das Licht der deutschsprachigen Welt. Nachdem der kleine Händler nebenan leer ausging bei dieser ersten Lieferung, musste ich mir mein Exemplar in einer Nacht-und-Nebel-Mittagspausen Aktion am Erstverkaufstag dem 24. Jänuar bei Saturn holen. Der Einzelhandels-Gigant hatte immerhin stolze 10 Geräte von ASUS erhalten. Die waren natürlich nach wenigen Stunden auch schon wieder ausverkauft...

 

First Impressions

Der erste Eindruck nach dem Auspacken: Alles funktioniert!
Wer sich schon ein bisschen mit Linux auf dem Desktop/Notebook auskennt weiß, das ist durchaus nicht immer so. Meistens muss hier noch an einer Einstellung geschraubt werden, und dort muss noch was auf der Shell aktiviert werden und so weiter.

Nicht so bei dem im Auslieferungszustand installierten Xandros Linux auf dem Eee PC: Eine einfache Oberfläche mit großen Icons, und jedes Icon führt direkt zu einem voll funktionsfähigen Programm. Musik hören, Text schreiben, Webcam ausprobieren, IM chatten, Videos ansehen: Alles funktioniert. On-Screen Displays informieren über Lautstärke, Display-Helligkeit und so weiter. Der Eee PC lässt sich auch problemlos in den Ruhemodus versetzen und wacht nach dem erneuten Einschalten auch anstandslos wieder daraus auf.

Kurz: sämtliche installierte Software und verbaute Hardware funktionieren out-of-the-box und das  nichtmal schlecht. It just works!™
Wer also mit OpenOffice Texte und Tabellen bearbeiten möchte, mit Amarok Musik hören will, mit Totem Videos ansehen, mit Thunderbird E-Mailen, mit Skype/Pidgin (voice-)chatten möchte, dafür nur 300 Euro ausgeben und nicht mal ein Kilo Gewicht herumschleppen will: Kaufen!

Xandros Linux oder Ubuntu

Danach kommt dann aber natürlich die Ernüchterung des Enthusiasten: Xandros Linux ist nicht Ubuntu. Und wer daheim schon einen ganzen Gerätepark and Debian Derivaten herumstehen hat, will auch am Eee PC nicht auf sein Debian/Ubuntu verzichten.

Kein Problem, mit eeeXubuntu exisitiert bereits eine wunderbare (X)Ubuntu Variante für den Eee PC. Xubuntu ist die verschlankte Ubuntu-Version, optimiert auf geringeren Hardware-Ressourcenverbrauch, jedoch mit all den wunderbaren Ubuntu-Software-Repositories in der Hinterhand. Die Installation erfolgt, mangels internem CD-Laufwerk, per USB-Stick und wenig später begrüßt der freundliche Xubuntu-Splashscreen den Eee PC Nutzer.

Und jetzt kann der Eee PC auch all seine Ressourcen und die prallen Software Repositories sinnvoll nutzen: Evolution als PIM-Lösung mit E-Mail, Kalender, Kontakten. Synchronisation mit dem Desktop-Rechner und dem Palm Zire. Firefox als perfekter Webbrowser. Gedit als Text- und Coding-Editor. Thunar als File-Manager. OpenArena als 3D-FPS, C64 Emulator und Maniac Mansion zum zocken für zwischendurch. VLC oder Totem um auch die neueste US TV-Show unterwegs ansehen zu könen.

Kurz: Alles was ein vollwertiges Linux-Notebook ausmacht. Sogar der Ruhemodus funktioniert: Display zuklappen, aufklappen, alles wieder unverändert da... Nach ein wenig Bastelei (siehe oben) läuft auch die Webcam wieder (wers braucht).

Eee PC Hardware

Mit ein paar Tricks passt man sich die Programme auch schnell an die geringe Display-Auflösung (800x480 Pixel) an. Addons für Firefox helfen dem Browser ein Maximum an Screen ab zu ringen. Lediglich Evolution macht ein wenig Probleme und fügt sich nicht ganz den Einschränkungen. Mit wenigen Handgriffen gelingt aber auch damit produktives arbeiten auf 800x480 Pixel.

Die geringe Auflösung ist sicherlich das größte Manko des Eee PC. Es lässt sich durchaus arbeiten und surfen, man fühlt sich aber manchmal doch ein wenig eingeschränkt. Für Menschen über 30 stellt sich auch oft die Frage nach dem Kompromiss zwischen Schriftgröße und Displaygröße: Schrift kleiner: Augen tot. Schrift größer: Bildschirm zu klein.

Weniger Probleme macht die kleine Tastatur. Nach ein wenig Einarbeitungszeit gelingen auch längere Texte (wie dieser hier) fließend mit 10 Fingern heruntergetippt in einer durchaus beachtlichen Geschwindigkeit.

Der interne Speicher ist mit 4GB natürlich auch begrenzt, dagegen hilft aber eine 8GB SD-Card für 30 Euro, die permanent im seitlichen Card-Reader Platz findet. Das mounten dieser Card als /home macht zwar noch ein wenig Probleme, aber auch so sehr hilfreich. Zur Zeit ist auf meinem Eee PC noch 1GB intern frei,  das reicht für noch einige Programme. Alles andere (Videos, Musik, Dokument) landen auf der  SD-Card, die noch immer einige Gigabyte Platz hat. Empfehlenswert ist vielleicht auch noch ein Mini-USB-Bluetooth Dongle (15€), damit steht dann auch dem mobilen Internet-Zugang per Bluetooth-Handy und GnomePPP nichts mehr im Weg.

 

nie wieder ohne

Fazit nach über einem Monat: Perfekt.

Billig genug für jemanden (wie mich) der eigentlich kein Notebook braucht aber doch hin und wieder auch unterwegs online gehen will oder ein wenig Python-Code ausprobieren möchte. Leistungsfähig genug um E-Mails zu checken, im Web zu surfen, die neuesten torrents an zu sehen, oder auch mal eine Partie OpenArena zu spielen. Und natülich 100% Linux kompatibel.

Asus hat schon die nächste Version des eeePC angekündigt: den eeePC 900. Größeres Display (8.9 Zoll), mehr Speicher (8-12GB) und auch doppelt soviel RAM (1 GB). Evenuell auch mit einem stromsparenden Intel Atom Prozessor. Dafür dann aber auch um 100 Euro teurer.

Ich schätze ich werd gleich mal eine Bestellung aufgeben, vielleicht klappts dann noch 2008 mit der Lieferung...